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Morgellon

»Ich sehe nicht nach unten, nein. Ich sehe den Himmel, überlege, wie ich am besten den Wolkenturm erklimmen kann. Dann habe ich endlich das Gefühl, den Wolken näher­ zukommen. Nein, sie kommen näher. Aber dann bin es wie­der ich, der näher kommt. Schließlich werde ich zwischen zwei weiße Wände gedrückt. Sie fühlen sich ganz flauschig an. Aber im Kern werden sie hart und dann bekomme ich keine Luft mehr.«

Noah Zimmermann hat Zeit. Bei Großvater in der Wohnung kann man sich`s gemütlich machen – außerdem hat dieser ihm sein Jagdgewehr und seine Tabletten hinterlassen. »Nur paar Benzos«, denkt Noah sich. Das (alte) Leben kann warten.

Auf dem Teppich liegend beginnt für Noah sein persönlicher Bildungsroman. Endlich meint er, klarer zu sehen, immer mehr zieht er sich aus seinem alten Leben zurück. Er kappt jene sozialen Taue, die ihn zurückhalten, um endlich zu verstehen, was die Welt in ihrem Innersten zusammenhält.

Langsam werden die Lines mehr, so wie die Kondensstreifen am Himmel. Er lernt eine Frau kennen und findet Gleichgesinnte. Am Ende muss er sich entscheiden: Weiter zögernd treiben lassen oder entschlossen entscheiden?

»Jan Wehn schickt seinen Protagonisten auf eine nachvollziehbare Reise in die Monstrosität einer Unterwelt, die sich von der Angst ihrer Bewohner nährt.« Nora Voit / taz

Die Novelle kann beim Korbinian Verlag bestellt werden.

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